Als langjähriger Leiharbeiter ist man schon abgestumpft und abgehärtet, dachte ich... doch man lernt nie aus!
Ich bekam 10 Minuten vor Feierabend meine Kündigung in die Hand gedrückt. In dem Kündigungsschreiben selbst ist nichts vermerkt darüber warum. Gesagt bekam ich, ich solle mich damit abfinden das mir kein Grund genannt werden muß, da ich noch in der Probezeit war. Die 14 Tage Kündigungsfrist wurde auch eingehalten, erstaunlich dabei ist nur wie!
Zufällig hatte ich noch 9 Urlaubstage, mehr als 16 Überstunden und das Wochenende da zugerechnet, ergibt exakt 14 Tage Kündigungsfrist.
Da es für mich um eine feste Stelle ging macht man auch gerne mal Sachen die normalerweise nicht zu einem Versandfertigmacher und Lageristen da zu gehören. Zumal die kleine Firma nicht mal über eine nutzbare EDV Anlage verfügte, obwohl täglich an die Hunderte Pakete Weltweit versendet werden.
Ich war gut genug einige Strukturen Änderungen eingeführt zu haben, gut genug zum Lagerumbau für die neuen Strukturen, gut genug beim entladen von Überseecontainern (15 Meter länge), gut genug für die Inventur, das extrem stressige Weihnachtgeschäft mit sehr vielen Überstunden, zum Klo putzen, Küchenabwasch erledigen, vom Chef das Auto waschen und aussaugen wegen seinem Hund (Rotweiler), Reparaturen am Auto erledigen, Sommer auf Winterreifen tauschen, Haus, Büro und Lagerreinigung, Schneeschippen, Elektroanlagen reparieren, gesamte Retourenabteilung übernehmen, aufs Dach klettern zum Dachabdichten weil es rein regnete, und nebenbei auch noch meine normale Arbeit geleistet!
Ich bin dort eingestiegen wie ein Senkrechtstarter/ Komet.
Ich wurde weder richtig eingearbeitet noch habe ich Unterstützung von der Firmenleitung erhalten. Ich habe mir selber teure Farbausdrucke, Listen, Hinweiszettel usw. ausdrucken oder sogar erstellen müßen um auch hinterher zukommen in einem Lager ohne EDV. In den vier Monaten von August bis März habe ich das alles erschaffen dürfen. Ich kam mir manchmal vor wie ein Unternehmens Berater.
Was ich mich noch die ganze Zeit frage, sollte ich es dabei belassen und die Kündigung einfach hinnehmen oder sollte ich dem Chef noch eins auswischen?
Gründe gäbe es ja,
- der Rotweiler trägt keine Steuermarke -was ja Steuerhinterziehung ist- oder einen Maulkorb.
- wird im Lager frei herumgelaufen gelassen obwohl Firmen fremde Personen das Lager betreten
- der Hund hat sogar schon zweimal in der Zeit wo ich da war es geschafft abzuhauen und war dann auf der Straße. Sein anderer Hunde davor, wurde deswegen schon mal tot gefahren vor seiner Firma!
- die Toilette ist ein Raum wo beide Geschlechter drauf müßen, finde ich auch nicht normal und die Frauen fanden es auch nicht schön.
- Er besteht darauf das man um 15min. vor 7:00 (Arbeitsbeginn) vor der Firma zu stehen hat, kommt selber aber oft viel Später, was bei Regen ohne Dach oder der Winter-Kälte nicht lustig war.
- Feierabend war 15:30 und wehe man hat vorher begonnen, So war man also mit Lager abschließen usw immer erst gut 15 min. Später draußen.
- Spritz und Lackierarbeiten (für die Versandartikel) aus Spraydosen, werden heimlich draußen fertig gemacht.
- Man muß als Mitarbeiter dem Chef seinen Kaffee machen, den macht er nicht selber.
- Seine Büros und die Büros der Verwaltung sauber machen, das Treppenhaus, SEIN Bad, Toilette 2x die Woche reinigen.
- Chef legt sehr stinkende Knochen für den Hund in den allgemeinen Kühlschrank, statt sich selber einen in sein Haus wo sein Büro ist zu stellen.
- Das private Auto sauber machen, und klein Reparaturen erledigen. Oft ist dadurch der Versand nicht geschafft worden, also waren Überstunden die folge. Deswegen Überstunden!!! Was schon allein aus Kaufmännischer Sicht unlogisch ist. Hat man widersprochen wurde gedroht.
- Im oberen Lager gibt es kein Fenster wo Tageslicht reinkommt. Bei Stromausfall ist es absolut dunkel, man sieht nicht mal das kleinste bisschen. Es fehlen Fluchtwegleuchten.
- Im oberen Lager fallen Deckenverkleidungsplatten runter , weil es überall rein regnet.
- Im Oberlager gibt es keine Heizung, es zieht wie verrückt da oben. man hat nur einen kleinen Heizstrahler.Waren es draußen Minustemperaturen waren die drinnen auch!
- Zwei Praktikanten wurde eingestellt die eine feste Bezahlung erhalten von -ich glaube- je 250 Euro, machen aber die volle Arbeit wie alle und lernen da null von wegen Versand- und Lagereiwirtschaft. Es sind nur super billige Arbeiter!
- einem der Praktikanten ist es nicht mal erlaubt oder möglich seinen muslimischen Glauben aus zu leben. Er kann nicht diese -ich glaube- fünf Kurzgebete ausführen. Ist ansonsten ein ganz normaler Typ der akzentfrei deutsch kann und auch so nicht als Ausländer etwas auffälliges hat, oder auf anderes glaubenstypische besteht. Einfach mal beten und fertig, aber nein geht nicht!
Vielleicht ist auch das der Kündigungsgrund *achselzuck* das ich nicht immer nach seiner Pfeife tanzte.
Ich hatte Prioritäten!
- Ich machte und brachte diesem "Chef" nicht auf zu Ruf im einen Kaffee.
- Ich habe nicht seine Autoscheiben geputzt, wenn ich wusste das ich mit meiner Zeit sonst nicht hinkomme.
- Ich habe nicht angefangen auf seinen Hund auf zu passen nur damit er wieder in sein Fitness Studio gehen kann während der Arbeitszeit.
- Ich bin nicht auf diese überflüssigen Fragen eingegangen die er immer nur stellte, wenn mal wieder ein Vertreter, Steuerberater oder seine Mutter dabei war. Das waren immer Fragen oder Kommandos die er nur aussprach um sich wichtig zu machen.
WERBUNG IN EIGENER SACHE: Wer mein Arbeitszeugnis sehen will und dann auch noch feststellt das ich doch gut in die eine oder andere Firma passe, dann immer her mit einer Arbeitsstelle!
Und wiedermal passte mein Leitsatz.


2 Kommentare:
Bei deinen Kommentaren über deinen vorherigen Arbeitgeber musst Du dich nicht wundern, keine weitere Stelle mehr zu bekommen. In der nächsten Firma wird es auch etwas mit dem Chef oder einem anderen Kollegen geben (?). Vielleicht bist Du ein genereller Nörgler und siehst die Dinge gerne pessimistisch.
Pessimisten erwarten ein böses Ende. Ich glaube kaum dass ich nach alle dem was sich in meiner Zeit änderte, ich ein Pessimist bin. Ich sollte und wurde eingesetzt Änderungen durchzuführen. Und wenn du diesen "Chef" erlebt hättest, ich schwöre dir, ab dann wüsstest du was ich meine. Ich sehe immer das Positive in einem Mensch und bin dann hinterher oft der angeschmierte. Unabhängig vom Chef, ich war verliebt in diese Arbeit, kann nur nicht exakt schreiben worum es gib. Danke für dein Kommentar.
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