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Sonntag, 29. August 2010

Fahre täglich 148 km weit um zur Arbeit zu kommen. Eine Strecke...!

Ich habe seit gut einem Monat ja mal wieder Arbeit. 

Wiedermal trotz etlicher Bewerbungen nur wieder bei einer Leihfirma gelandet. Aber ich möchte mal wieder einer der Leihfirmen in Schutz nehmen und sagen ich fühle mich sehr wohl. Angefangen habe ich aber diesmal nicht als Elektriker sondern als Kommissionierer. Ich  stehe um drei Uhr auf um dann eine knappe Stunde zum fertig machen zu haben. Anschließend fahre ich mit einem Leihwagen von Avis (Citroen Berlingo)  zum Potsdamer Hauptbahnhof und hole dort die ersten beiden Kollegen ab. Anschließend 4 km weiter noch einen Kollegen. Vollgeladen machen wir uns auf den Weg nach Kaufland, um dort mit einer Ameise (Schnellläufer) durch die Riesen Halle zu fahren und Paletten zusammen zustellen für die Märkte von Kaufland. 

Wir nutzen das Kommissioniersystem SEB oder anders gesagt, die Kommissionierliste wird hier auf einem MDE angezeigt. Entnommene Artikel werden auf dem MDE bestätigt; Fehlmengen können eingegeben werden. Durch die direkte Funk-Verbindung des MDE zum Lagerverwaltungssystem (Server) kann der aktuelle Status der Kommissionierung laufend verfolgt werden. Natürlich auch live von dem Lagerleitstand! Bestandsdaten können ohne zusätzliche Dateneingaben aktualisiert werden. Die MDEs sind an den Ameisen direkt angeschloßen und werden  mit kabellosen Barcodescannern oder sog. RFID-Lesegeräten in einem Gerät kombiniert, was natürlich eine zusätzliche Überprüfung des entnommenen Artikels ermöglicht. Der Lagerleitstand weiß so ganz genau wo du zuletzt warst, und was du für Zeiten brauchst. Die wissen wie lange du für z.B. 100 Collis brauchst, kennen deinen Weg, deine Zeiten von der letzten Erfassung, bis hin zu dem Zeitpunkt wann die Palette dann endlich an dem zugehörigem Tor steht. 

Die meisten der Kollegen finden die Arbeit blöd, ich finde es nicht. Ich komme mir vor wie ein Jäger und muß halt nur die "Beute" erwischen und auf Palette packen. Das Zusammenstellen solch einer Palette ist aber echt ne Kunst für sich. Wenn man einen Auftrag  ab 80 Collis auf seinen Bildschirm bekommt, dann weiß man das die ersten vier bis fünf Lagen echt glatt hin bekommen sollte. Doch soo einfach ist das ganze nicht. Schaut euch mal um wie unterschiedlich hoch Dosen, Spray und Pumpflaschen sind. Oder auch die ganzen Gläser in denen Gurken, Rotkohl, oder sonstwas drinn ist. Alle haben unterschiedliche Maße. Die Palette hat meist zum Schluss ein Gewicht von bis zu einer Tonne. Sollten dann die Lagen nicht gut gepackt worden sein, oder es bricht was ein wegen dem hohen Gewicht/Druck, dann fällt der ganze Kram um, na dann stehst vielleicht blöd da!!! Ist ja auch so, es hilft ja keiner beim wiederaufbau, die haben ja selber alle zu tun. Zudem werden die "Profipicker" ja nach ihrer Leistung bezahlt. Die sind sowas von schnell! Die schaffen gut 180 bis 200 Collis die Stunde! 
Ich schaffe 120- 140 die Stunde, danach bin ich aber auch echt durchgeschwitzt. Was mich doch wundert ist, wie die vielen kleinen Frauen diese schweren Collis so schaffen. Sucht mal in einem Markt z.B. nach einem Glas was sich Gurkenfass nennt, davon sind dann in einem Colli= 6 in einer Palette zusammen, das wiegt ganz schön. Oder wo man auch nicht glaubt wie schwer es ist, sind Verpackungen in denen Salz für Geschirrspüler drinn ist. Da wiegt so eine Palette gut 16kg. Ist ja einmal gehoben nicht schwer aber in den 8 Stunden hast ja immer wieder mal solche Artikel mit bei, meist muß man ja sogar mehr als nur eine Pallete drauf packen. 

Also ich sehe solche Arbeit mal aus einem ganz anderem Blickwinkel, Respekt denen die solch eine Arbeit schon seit Jahren machen. Aber auch da merkt man wieder Übung macht den Meister. 

Die Stelle geht aber nur noch bis Mittwoch den 1.9.10. Bin ja gespannt was danach wieder kommt....?